Heute in genau einem Monat, am 1. Februar 2022, beginnt offiziell das 72. Sanremo-Festival! Eine kurze Zwischenbilanz …

Schriftzug Sanremo 2022, 72° Festival della Canzone Italiana, kreisförmig umgeben von flammenartigen Farbverläufen im blau-violetten Spektrum
Logo des Sanremo-Festivals 2022 (Credits: Rai)

Am 15. Dezember entschied sich, wer aus dem Newcomer-Wettbewerb 2021 beim Sanremo-Festival 2022 ins Rennen gehen darf: In den Top drei landeten Matteo Romano, Tananai und Yuman. Dass in der Sendung praktisch nur bereits zuvor innerhalb der Musikkommission abgesprochene Ergebnisse bekanntgegeben wurden und die Präsentation der übrigen 22 Teilnehmenden deutlich mehr Raum einnahm, konterkarierte die Idee hinter dem getrennten Wettbewerb Sanremo Giovani allerdings. Und dass ausgerechnet Matteo Romano, der im Finale weder durch das Lied noch durch seinen Auftritt überzeugen konnte, auf dem dritten Platz landete, hat einen fahlen Beigeschmack; man wollte wohl unbedingt Romanos TikTok-Popularität nach Sanremo holen.

Über die 25 Festivalbeiträge ist außer den Titeln noch nicht viel bekannt; nur teilweise wurden die Namen der Songwriter bereits veröffentlicht. Bemerkenswert dabei ist Gianni Morandis Beitrag Apri tutte le porte, der von niemand Geringerem als Jovanotti geschrieben wurde (den Amadeus eigentlich schon seit 2020 gerne als Gast in Sanremo begrüßt hätte). Außerdem fällt die Beteiligung Rocco Hunts an Ana Menas Lied Duecentomila ore auf, was auf eine musikalische Fortsetzung der gemeinsamen Sommerhits hoffen lässt. In den nächsten Wochen werden ausgewählte Journalist:innen die Lieder erstmals präsentiert bekommen, man darf auf die Rezensionen gespannt sein!

Vor kurzfristigen Regeländerungen ist man in Sanremo nie sicher. Unvermittelt wurde in dieser Woche plötzlich der historische Bezugsrahmen des Coverabends um die 1990er-Jahre erweitert (bis dahin waren nur Cover von Liedern aus den 1960er-, 1970er- und 1980er-Jahren zulässig). Es ist anzunehmen, dass dies auf konkrete Anfragen aus dem Teilnehmendenfeld zurückzuführen ist. Des Weiteren wurde der Abstimmungsmodus der Pressejurys minimal modifiziert, die nun alle je ein Drittel der gesamten Pressestimmen ausmachen (statt wie zuvor 33 % Fernsehen, Print und Online vs. 34 % Radio). Einen tieferen Sinn dürfte diese kosmetische Änderung aber nicht haben.

Offen ist noch, wer Amadeus bei der Moderation zur Seite stehen wird. Fiorello kann wohl als gesetzt gelten, wenn auch nicht notwendigerweise an allen fünf Abenden, andere Namen sind nicht bekannt. Musikalischer Dauergast (wie Tiziano Ferro 2020 und Achille Lauro 2021) soll diesmal Marco Mengoni (Sanremo-Sieger 2013) sein. Sonstige Gäste werden ebenfalls erst in den nächsten Wochen angekündigt werden.

Marco Mengoni (Credits: Albin Olsson, CC BY-SA 3.0)

Vier spannende Wochen liegen also vor uns!

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