Der zweite Abend des Sanremo-Festivals 2022 war noch kürzer als der erste und endete schon vor 1 Uhr. Dennoch wirkte das Tempo schleppender.

Wieder begann der Abend direkt mit den Wettbewerbsbeiträgen. Bald erhielt die Komoderatorin des Abends, die Schauspielerin Lorena Cesarini, Gelegenheit, über ihre Erfahrungen mit rassistischen Hasskommentaren zu sprechen. Nach der sehr passiven Rolle Ornella Mutis am ersten Abend entfaltete der Monolog Cesarinis zur besten Zeit eine starke Wirkung. Er machte schmerzhaft bewusst, wie alltäglich Rassismus in Italien noch ist. Cesarinis überaus schüchternes Auftreten, auch zu späterer Stunde, stieß freilich auf Kritik. Erneut warf dies Fragen über die Rolle einer Komoderatorin neben Amadeus auf.

Fiorello blieb an diesem Abend im Hotel, stattdessen übernahm der Komiker Checco Zalone. Seinen ersten Auftritt beim Sanremo-Festival nutzte er für eine bunte Mischung von nicht immer leicht verständlichen Sketchen, in denen er unter anderem Homophobie und die Pandemie ansprach (ein wiederkehrendes Thema, wie man sieht). Erwartungsgemäß sang und rappte er dabei auch. Die über den ganzen Abend verteilten Auftritte zogen sich etwas in die Länge und hatten es im direkten Vergleich zu Fiorello doch eher schwer.

Mika, Laura Pausini und Alessandro Cattelan stehen eng nebeneinander auf den Stufen der Bühne des Ariston-Theaters. Mika trägt einen blauen Anzug, Pausini und Cattelan sind in Schwarz gekleidet.
Mika, Laura Pausini und Alessandro Cattelan (Credits: Ufficio Stampa Rai)

Ein Höhepunkt des Abends war zweifellos die Rückkehr von Laura Pausini, die zunächst ihr neues Lied Scatola (mitgeschrieben von Madame) vorstellte. Der energiegeladene Auftritt mit großartiger Bühnenshow wurde ihrem großen Namen gerecht. Direkt im Anschluss kam der von vielen heißerwartete Moment: Mika und Alessandro Cattelan kamen zu Laura Pausini auf die Bühne, in einer Interpretation des ABBA-Hits I Have a Dream. Ohne große Überraschung war dies die Einleitung zur offiziellen Ankündigung der drei Stars als Moderationsteam des Eurovision Song Contest in Turin.

Weitere Gastauftritte hatten die Schauspielerinnen Gaia Girace und Margherita Mazzucco aus der Fernsehserie L’amica geniale, Ermal Meta mit seinem Vorjahresbeitrag Un milione di cose da dirti live von der Costa Toscana (dankenswerterweise selbst am Klavier begleitet) und schließlich Malika Ayane und Arisa mit zwei Versionen der möglichen Hymne der Olympischen Winterspiele 2026, über die das italienische Publikum abstimmen kann. Gleichzeitig wurden (leider!) auch die kommenden Winterspiele in Peking beworben.

Die Musikerin Elisa blickt in die Kamera und stützt sich mit der rechten Hand seitlich am Kopf ab.
Elisa (Credits: Ufficio Stampa Rai)

Auch an diesem Abend überraschte die Teilwertung der Pressejurys nicht. Wie man den frühen Bewertungen bereits entnehmen konnte, hatte Elisa keine Schwierigkeiten, die Spitze im Ranking des Abends (und danach sogar im Gesamtranking) zu übernehmen. Es folgen Emma und Ditonellapiaga & Rettore.

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