Der dem Autorenlied gewidmete dritte Abend des Sanremo-Festivals hatte 26 Coverversionen, eine Vielzahl musikalischer Gäste und die zweite Gesamtwertung des Wettbewerbs zu bieten. Die Auftritte zogen sich diesmal bis 2 Uhr morgens.

Den größten eigenständigen Gastauftritt hatte die Band Negramaro um Frontman Giuliano Sangiorgi, der in Hochform war. Sie interpretierten zur Eröffnung gekonnt Lucio Dallas 4 marzo 1943, anlässlich des Geburtstags des 2012 verstorbenen Cantautore. Auch Domenico Modugnos Meraviglioso durfte im Anschluss natürlich nicht fehlen. Die Band durfte um 1.30 Uhr noch einmal mit zwei eigenen Liedern auftreten, leider viel zu spät, um sie wirklich genießen zu können.

Negramaro (Credits: Pietro Pappalardo)

Der Abend fiel außer durch seine Länge auch durch ungewöhnlich viele technische Aussetzer und ungeplante Momente auf. Mikrofone wurden zu spät ein- oder zu früh ausgeschaltet oder funktionierten gar nicht (der Auftritt von Fasma und Nesli musste gar nach der Hälfte wiederholt werden), die Kameraeinstellungen wechselten oft planlos, eingespielte Musik wurde abrupt abgebrochen und die Werbepausen kamen auch für den Moderator unerwartet.

Die präsentierten Coverversionen waren durchwegs interessant und meist originell interpretiert. Besonders positiv fielen auf:

  • Penso positivo von Fulminacci mit Valerio Lundini und Roy Paci
  • Rosamunda von Extraliscio feat. Davide Toffolo mit Peter Pichler
  • Amandoti von Måneskin mit Manuel Agnelli
  • Splendido splendente von La Rappresentante di Lista mit Donatella Rettore
  • Quando von Arisa mit Michele Bravi
  • La musica è finita von Annalisa mit Federico Poggipollini
  • Il mio canto libero von Coma_Cose mit Alberto Radius und Mamakass
  • Del mondo von Max Gazzè und Trifluoperazina Monstery Band mit Daniele Silvestri und M.M.B.
  • Caruso von Ermal Meta mit Napoli Mandolin Orchestra
  • Gianna von Aiello mit Vegas Jones

Amüsant war die Geschichte Zlatan Ibrahimovićs, der auf dem Weg nach Sanremo im Stau stecken geblieben war und daraufhin per Anhalter auf einem Motorrad (verspätet) zum Festival kam. Das Doppelinterview mit Ibrahimović und Siniša Mihajlović war gelungen, die anschließende schiefe Gesangseinlage mit Io vagabondo (Nomadi) hingegen verzichtbar. Deutlich besser der Auftritt von Achille Lauro mit Penelope, diesmal zusammen mit Emma Marrone und Monica Guerritore.

Die abschließende Wertung des Orchesters hatte Ermal Meta mit dem Napoli Mandolin Orchestra (verdient) auf Platz eins, gefolgt von Orietta Berti (die Io che amo solo te von Sergio Endrigo interpretiert hatte) und Extraliscio feat. Davide Toffolo mit Peter Pichler. Für Ermal Meta ist es nach 2017 bereits der zweite Sieg am Coverabend (der damals allerdings außer Konkurrenz lief und von Televoting und Pressejury bewertet wurde).

In der Gesamtwertung ändert sich somit auch nach dem dritten Abend nicht viel: Ermal Meta führt deutlich, vor Annalisa und Willie Peyote.

Ein Gedanke zu „Rückblick auf den dritten Abend“

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