Sanremo 2026: Der zweite Abend

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Das war er, der zweite Abend des Sanremo-Festivals 2026! Ich gebe wie üblich einen umfassenden Rückblick.

Das war er, der zweite Abend des Sanremo-Festivals 2026! Hier ein umfassender Rückblick.

Der Abend begann in schnellem Tempo mit dem Newcomer-Wettbewerb. Gianluca Gazzoli begleitete die vier Newcomer auf die Bühne und präsentierte die Duelle. Die vier Auftritte waren durchaus gelungen und zeigten eine starke Entwicklung im Vergleich zu den Auftritten bei Sanremo Giovani. Leider sorgte das Ungleichgewicht zwischen den Beiträgen aus Sanremo Giovani und aus Area Sanremo zu einem sehr vorhersehbaren Ergebnis: Sowohl Nicolò Filippucci als auch Angelica Bove konnten sich für das Finale am Donnerstag qualifizieren, beide Area-Sanremo-Teilnehmenden schieden aus. Die fehlende Spannung und die hastige Abwicklung warfen erneut die Frage auf, warum die Newcomer-Kategorie überhaupt wieder eingeführt wurde.

In der Moderation des Hauptteils gaben sich diesmal gleich fünf Personen ein Stelldichein: Neben Carlo Conti und Laura Pausini der Sänger Achille Lauro, die Schauspielerin Pilar Fogliati und der Komiker Lillo. Lauro wurde vom Saalpublikum mit großem Jubel begrüßt und vermittelte eher das Gefühl eines musikalischen Stargasts. Lillo konnte eine Reihe komischer Situationen beisteuern, mit Seitenhieben auf unpopuläre Monologe und kreativen Tanz- und Gesangseinlagen. Nur Pilar Fogliatis Rolle blieb eher unklar und blass.

Die 15 Teilnehmenden des Abends absolvierten ihren zweiten Auftritt. In einigen Fällen war die Bühnenshow (J-Ax) oder die Kameraarbeit (LDA & Aka 7even) angepasst worden. Ermal Meta ergänzte diesmal selbst eine Anti-Kriegs-Botschaft nach seinem Auftritt. Eine Botschaft anderer Art hatte Elettra Lamborghini: Sie beschwerte sich über „festini bilaterali“ (bilaterale Feste) in Sanremo, die ihr den Schlaf rauben würden (gemeint waren wohl „festini collaterali“). Der Abend war ansonsten frei von Zwischenfällen.

Achille Lauro mit offenem Hemd und schwarzer Anzugjacke, er blickt seitlich nach unten
Achille Lauro (Credits: Rai)

Bei den Gastauftritten stachen vor allem die zwei musikalischen Auftritte von Achille Lauro hervor. Gemeinsam mit Laura Pausini sang er vor einem aufwändigen Bühnenbild das Duett 16 marzo, das zwar einige stimmliche Ungenauigkeiten enthielt, aber sehr mitreißend inszeniert war. Später sang er das sehr emotionale Lied Perdutamente zum Gedenken an die Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana. Auch Fausto Leali, der den Sonderpreis für sein Lebenswerk in Empfang nehmen durfte, überzeugte mit einem starken Hitmedley.

Ein Chor aus neurodivergenten Personen sang gemeinsam mit Laura Pausini das Sanremo-Siegerlied 1987 Si può dare di più. Camilla Ardenzi, die Enkelin von Ornella Vanoni, sang zu später Stunde Eternità zum Gedenken an ihre Großmutter. Ein publikumsfreundlicherer Zeitpunkt hätte diesem Moment sicher gutgetan. Viel Platz wurde hingegen den Olympischen und Paralympischen Athlet:innen Francesca Lollobrigida, Lisa Vittozzi, Giacomo Bertagnolli und Giuliana Turra eingeräumt, wobei es auch zu sympathischen Interaktionen mit Laura Pausini und Achille Lauro kam.

Bresh konnte auf dem Suzuki Stage mit La tana del granchio wieder die Lieder des Festivals 2025 in Erinnerung rufen. Auf der Costa Toscana trat Max Pezzali diesmal vor einer Wildwestkulisse auf, was (zufällig?) sehr gut an den vorhergehenden Auftritt von J-Ax anschloss. Wie immer wirkt das ganze Kreuzfahrt-Setting aber deplatziert.

Wie schon am ersten Abend konnte Carlo Conti im Zeitplan aufholen und so endete der Abend einige Minuten früher als geplant. Aus der kombinierten Abstimmung von Radiojury und Televoting gingen die folgenden fünf Bestplatzierten hervor: LDA & Aka 7even, Tommaso Paradiso, Ermal Meta, Nayt und Fedez & Marco Masini. Die einzige wirkliche Überraschung darunter ist Nayt. Von den drei Namen aus der Top fünf des ersten Abends hat Ditonellapiaga nun die Top fünf verfehlt, möglicherweise wegen des sehr späten Auftritts.

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