Sanremo 2026: Das Finale

0

Das Finale des Sanremo-Festivals 2026 ist zu Ende. Ein Abend mit vielen Höhepunkten und Überraschungen liegt hinter uns. Ein Rückblick.

Das Finale des Sanremo-Festivals 2026 ist zu Ende. Ein Abend mit vielen Höhepunkten und Überraschungen liegt hinter uns. Ein Rückblick.

Nahaufnahme von Carlo Conti mit angeklebtem Mikrofon
Carlo Conti (Credits: Christian Turba, CC BY-SA 4.0)

Der Abend begann untypisch ernst, mit einem kurzen Kommentar von Carlo Conti, Laura Pausini und Giorgia Cardinaletti zu den Entwicklungen im Nahen Osten. Sie betonten die Bedeutung der Arbeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und die Auswirkungen von Konflikten auf Kinder. Conti reflektierte den Gegensatz zwischen der positiven Feierstimmung des Festivals und der angespannten Situation in der Welt. Ein recht kurzer, aber wichtiger Moment, der auch der Einführung der Nachrichtensprecherin Cardinaletti als Komoderatorin diente.

Dann begannen in schneller Abfolge die Auftritte der 30 Teilnehmenden. Hierbei gab es keine besonderen Vorkommnisse, es war aber zu sehen, dass die meisten sich bemühten, noch einmal alles zu geben – sowohl mit Blick auf das Televoting als auch auf das Fantasanremo. J-Ax verteilte Cowboy-Hüte an das ganze Orchester. Gleich zwei Teilnehmer (Sayf und Samurai Jay) holten ihre Mutter aus dem Publikum mit auf die Bühne. Sal Da Vinci nutzte die traditionelle Anwesenheit Mara Veniers dazu, mit ihr seine kurze Tanzeinlage zu absolvieren. Und die meisten Teilnehmenden sprachen nach ihren Auftritten längere Dankesworte.

Andrea Bocelli während eines Konzerts im Stadion von Poznań im Mai 2019. Er steht auf der Bühne, elegant gekleidet, und singt in ein Mikrofon. Die Beleuchtung ist warm und hebt sein Gesicht sowie die Konturen seines blauen Anzugs hervor. Der Hintergrund bleibt dunkel, wodurch der Fokus klar auf ihm als Performer liegt.
Andrea Bocelli (Credits: Jakub Janecki, CC BY-SA 4.0)

So verlief der Abend relativ flüssig. Komoderatorin Cardinaletti war professionell, aber blieb eher unauffällig; Nino Frassica hingegen konnte mit seinem absurden Humor einige Lacher produzieren. Der Gastauftritt von Andrea Bocelli wurde gut in den Abend eingefügt. Dass der Sänger auf einem Pferd angeritten kam, sorgte für viel Aufmerksamkeit. Er wurde auch wieder mit einem Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet, genau wie die Band Pooh, die wenig später auf dem Suzuki Stage noch einmal ihr Sanremo-Siegerlied 1990 sang. Im Vergleich mit Bocelli machten die Pooh-Mitglieder stimmlich freilich keine gute Figur.

Ein besonderer Überraschungsmoment war die „offizielle Übergabe“ des Festivals durch Carlo Conti. Der Moderator Stefano De Martino war im Publikum und Conti gab bekannt, dass De Martino künstlerischer Leiter und Moderator des Sanremo-Festivals 2027 sein wird. Darüber war schon länger spekuliert worden, nun ist es offiziell.

Porträt des italienischen TV‑Moderators Stefano De Martino: Er steht vor einem neutralen Hintergrund, trägt einen dunklen Pullover und blickt leicht lächelnd in die Kamera.
Stefano De Martino (Credits: Funweek.it, CC BY 3.0)

Auf der Costa Toscana gab wieder Max Pezzali seine Hits zum Besten, diesmal sehr elegant, und beschloss damit eine gut durchdachte Auftrittsreihe. Sehr spät wurde auch wieder ein ernster Beitrag zu einem sozialen Thema eingefügt. Diesmal ging es um die Prävention von Femiziden, wobei die Namen von in Italien ermordeten Frauen eingeblendet wurden. Der Vater von Giulia Cecchettin, deren Ermordung 2023 in Italien große Empörung ausgelöst hatte, kam auf die Bühne, um von seinen Erfahrungen zu sprechen. Ein sehr bedrückender Moment.

Nachdem alle 30 Teilnehmenden aufgetreten waren, wurde sofort das Televoting geschlossen, ganz ohne den üblichen Schnelldurchlauf. In den kurz darauf verlesenen Plätzen 30–6 gab es einige Überraschungen: Luchè und LDA & Aka 7even verfehlten die Top 10, Serena Brancale kam nicht weiter als Platz 9 und Ditonellapiaga gelang der Einzug in die Endrunde. Nach einem Schnelldurchlauf der verbliebenen fünf Beiträge (neben Ditonellapiaga waren dies Sayf, Sal Da Vinci, Arisa und Fedez & Masini) wurde die Abstimmung wieder eröffnet.

Die Abstimmung für die Endrunde dauerte nur gute 10 Minuten – ein Hitmedley von Laura Pausini –, dann war auch schon die Reihe an der Siegerehrung. Der Kritikerpreis ging an Fulminacci, der Pressepreis an Serena Brancale, jener für den besten Text an Fedez und Marco Masini und der Preis für die beste Komposition an Ditonellapiaga. In der Top 5 der Gesamtwertung fielen Fedez und Masini sofort weg und das Schlussduell sah plötzlich Sal Da Vinci und Sayf gegenüber. Da Vinci konnte mit 0,3 % Vorsprung gewinnen, wobei er aber Sayf im Televoting unterlag. Ein in den Details unerwartetes Ergebnis, das noch genauer analysiert werden muss (wenn die Gesamtdaten veröffentlicht wurden).

Porträt Sal Da Vincis mit kurzem dunklem Haar und schwarzem Rollkragenpullover vor dunklem Hintergrund, freundlich lächelnd und direkt in die Kamera blickend.
Sieger Sal Da Vinci (Credits: Rai)

Nachdem Laura Pausini Carlo Conti verabschiedet hatte, beschloss Sal Da Vinci sichtlich gerührt das spannende Sanremo-Finale 2026 mit Per sempre sì vor dem begeisterten Saalpublikum.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert