So sind die Sanremo-Beiträge 2026
Nach dem ersten Abend wird es nun Zeit, die 30 Beiträge des Sanremo-Festivals 2026 näher zu betrachten. Im Folgenden beschreibe ich meine ersten Eindrücke und vergebe bis zu 10 Punkte pro Lied.
Nach dem ersten Abend wird es nun Zeit, die 30 Beiträge des Sanremo-Festivals 2026 näher zu betrachten. Im Folgenden beschreibe ich meine ersten Eindrücke und vergebe bis zu 10 Punkte pro Lied.

- Ditonellapiaga – Che fastidio! (7,5)
Das Lied bringt einen starken Beat und ein hohes Tempo mit. Es ist einprägsam, aber nur relativ schwer mitsingbar. - Michele Bravi – Prima o poi (7)
Bravis Rückkehr präsentiert sich farbenfroh und klanglich spannend. Die klassische Ballade ist gesanglich schwierig, aber der Sänger ist ihr gewachsen. Allerdings wirkt das Lied insgesamt etwas altbacken. - Sayf – Tu mi piaci tanto (7,5)
Das Lied ist angenehm beschwingt und sehr einprägsam. Es ist nicht aufdringlich, aber fällt dadurch eventuell zu wenig auf. - Mara Sattei – Le cose che non sai di me (7)
Die eher flache Ballade würde von einer starken Stimme im Refrain profitieren, Mara Sattei scheint sich damit (bis jetzt) eher schwer zu tun. Der Kontrast zwischen Strophen und Refrain funktioniert so nur bedingt. - Dargen D’Amico – Ai ai (7,5)
Der Beitrag von D’Amico strahlt seine übliche Coolness aus und ist schön arrangiert. Auf Dauer wird das Lied leider etwas eintönig. - Arisa – Magica favola (7)
Die makellos konstruierte Ballade tritt ein wenig auf der Stelle. Besonders der Refrain scheint sich nicht so recht zu trauen. - Luchè – Labirinto (6)
Das Lied ist atmosphärisch interessant, aber weist eine sehr schwache Melodie auf. Überzeugen können nur die kurzen Rap-Teile, wovon es deutlich mehr gebraucht hätte. - Tommaso Paradiso – I romantici (8)
Paradiso präsentiert ein mitsingbares Lied mit einem warmen, vollen Arrangement. Es entspricht sehr genau den Erwartungen an ein Tommaso-Paradiso-Lied und ist damit ziemlich vorhersehbar. - Elettra Lamborghini – Voilà (6)
Auch hier werden Erwartungen erfüllt: Ein gedankenloses Effektfeuerwerk trifft auf eine schwache Stimme. Das tanzbare Lied hinterlässt kaum einen Eindruck. - Patty Pravo – Opera (6,5)
Das Gesamtpaket setzt auf klassische Eleganz. Das dick aufgetragene Arrangement lässt das Lied leider recht schwerfällig geraten. - Samurai Jay – Ossessione (7)
Samurai Jay bringt einen lateinamerikanisch angehauchten Partysong nach Sanremo. Er funktioniert und kann mitreißen, ist aber doch etwas zu viel des Guten. - Raf – Ora e per sempre (8)
Raf singt eine solide Ballade mit gutem Spannungsbogen. Die Melodie bleibt zwar etwas flach, doch der berührende Refrain überzeugt. - J-Ax – Italia Starter Pack (8,5)
Der Rapper präsentiert sich neu als Country-Star. Das Lied ist sehr unterhaltsam, einprägsam und beschwingt, nur der Gesang ist nicht immer auf der Höhe. Die zugehörige Bühnenshow wirkt etwas übertrieben. - Fulminacci – Stupida sfortuna (8)
Das Lied plätschert so dahin, aber es klingt angenehm und warm. Dank eines einfachen Refrains bleibt es schnell im Ohr. - Levante – Sei tu (8)
Die ausdrucksstarke und schön instrumentierte Ballade profitiert von Levantes Stimmfarbe und hinterlässt Eindruck. - Fedez & Marco Masini – Male necessario (8,5)
Das Lied ist deutlich melodiöser als erwartet. Der Einstieg ist noch wenig überzeugend, doch besonders Masini im Refrain entwickelt sich sehr stark. Die Dynamik aus den Duett-Teilen erzeugt zusätzliche Spannung. - Ermal Meta – Stella stellina (9)
Das Lied ist spannend arrangiert, wenn auch etwas zu gleichbleibend; ein paar Kontraste hätten ihm noch gut getan. Es ist sehr gekonnt gesungen und profitiert von einem einfachen, aber überzeugenden Auftritt. - Serena Brancale – Qui con me (8,5)
Brancale präsentiert eine sehr gewagte Ballade. Die Melodie bleibt schwer greifbar, aber das groß gedachte Arrangement und der mitreißende Gesang überzeugen. - Nayt – Prima che (7,5)
Das Lied ist ruhig und atmosphärisch und nutzt den Rap sehr wirkungsvoll. Ohne gesungenen Refrain bleibt es aber etwas monoton. - Malika Ayane – Animali notturni (7,5)
Ayane besticht durch einen beschwingten, sehr professionellen Auftritt. Das Lied ist originell, wenn auch etwas repetitiv. - Eddie Brock – Avvoltoi (6,5)
Ein sehr emotionales Lied, das unter etwas zu abrupten Übergänge zwischen ruhigen und intensiven Teilen leidet. - Sal Da Vinci – Per sempre sì (8)
Das extrem konstruierte Lied bedient neapolitanische Gefühle, ohne den Kitsch zu scheuen. Doch es funktioniert, auch dank eines sehr soliden, aalglatten Auftritts. - Enrico Nigiotti – Ogni volta che non so volare (8)
Die komprimierte Powerballade überzeugt durch ein gutes Zusammenspiel von Stimme und Orchester. - Tredici Pietro – Uomo che cade (7,5)
Das Lied ist sehr abwechslungsreich und spannend konstruiert. Die kontrastreiche Melodie scheint die Stimme allerdings teilweise ein wenig zu überfordern. - Chiello – Ti penso sempre (8)
Eine positive Überraschung: Stilistisch schwer greifbar, besticht das Lied mit einem zurückhaltenden Refrain, einer guten Steigerung und eingestreuten Rock-Elementen. - Bambole di pezza – Resta con me (7,5)
Das Lied ist sehr geradlinig komponiert und kann die Band gut in Szene setzen. Am Ende ist es jedoch nicht besonders einprägsam. - Maria Antonietta und Colombre – La felicità e basta (8)
Das Duo hat eine gute Dynamik und präsentiert ein fröhliches, mitreißendes Lied. - Leo Gassmann – Naturale (6,5)
Nach einem zarten Beginn wird das Lied leider nicht interessanter. Der Refrain ist extrem vorhersehbar. - Francesco Renga – Il meglio di me (7)
Das Lied ist sehr solide gesungen, leidet aber unter einem zu repetitiven Refrain. Es ist auch insgesamt wenig originell. - LDA & Aka 7even – Poesie clandestine (7,5)
Noch ein Partysong, diesmal neapolitanischer Art, der mit großer Show aufwartet. Er ist erfreulicherweise nicht altbacken, aber dennoch voller Klischees.

Somit ist mein Favorit des Jahrgangs Ermal Meta, vor J-Ax, Fedez & Marco Masini sowie Serena Brancale (in dieser Reihenfolge). Das zweite Jahr in Folge konnte ich keine Punktzahl über 9 vergeben.
