Die favorisierten Sanremo-Beiträge 2026

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Den Rezensionen der Presse lassen sich erste Anhaltspunkte entnehmen, was uns musikalisch beim Sanremo-Festival 2026 erwartet und wer gute Chancen auf den Sieg haben könnte.

Am 26. Januar 2026 erhielten wie üblich Pressevertreter:innen die Möglichkeit, die 30 Lieder des Sanremo-Festivals erstmals anzuhören. Den Rezensionen und Bewertungen der Presse lassen sich nun erste Anhaltspunkte entnehmen, was uns musikalisch beim Sanremo-Festival 2026 erwartet und wer gute Chancen auf den Sieg haben könnte.

Der Presse wurden in den Rai-Studios in Mailand und Rom durch Carlo Conti einmalig die Studioversionen der Lieder vorgespielt. Die Bewertungen basieren ausschließlich auf diesem ersten Höreindruck, sind also nur bedingt aussagekräftig. Es kursieren bereits zahlreiche Zusammenstellungen von gemittelten Rankings aller 30 Beiträge, die je nach Auswahl der berücksichtigten Medien mehr oder weniger große Abweichungen aufweisen. Im Folgenden beziehe ich mich auf die Zusammenfassung von All Music Italia, in die 20 verschiedene Medien einbezogen wurden.

Die Top 10 der im Durchschnitt bestbewerteten Lieder schaut folgendermaßen aus:

  1. Ditonellapiaga – Che fastidio!
  2. Fulminacci – Stupida sfortuna
  3. Serena Brancale – Qui con me
  4. Fedez & Marco Masini – Male necessario
  5. Maria Antonietta & Colombre – La felicità e basta
  6. Tommaso Paradiso – I romantici
  7. Ermal Meta – Stella stellina
  8. Sayf – Tu mi piaci tanto
  9. Tredici Pietro – Uomo che cade
  10. Malika Ayane – Animali notturni

Auch andere Zusammenstellungen sehen durchgehend Ditonellapiaga an der Spitze, während die weiteren Platzierungen oft abweichen. Am schwächsten schneiden im Allgemeinen Francesco Renga, Samurai Jay, LDA & Aka 7even sowie Elettra Lamborghini ab.

Poträtfoto von Ditonellapiaga vor einem dunkelgrünen Vorhang. Sie trägt ein weißes Pelzoberteil.
Ditonellapiaga (Credits: Rai)

Während die letzten Plätze einigermaßen erwartbar waren, ist Platz eins eine echte Überraschung. Die junge Sängerin genießt trotz ihrer Sanremo-Teilnahme 2022 (zusammen mit Rettore) keine große Mainstream-Bekanntheit und ihr Uptempo-Lied hat auch keine bekannten Autoren vorzuweisen. Im Gegensatz zum letzten Jahr, wo mit Brunori Sas ein klarer Anwärter auf die Sonderpreise das Presse-Ranking anführte, scheint Che fastidio! auch deutlich mehr auf den Mainstream abzuzielen. Als Kritiker-Favorit:innen bieten sich diesmal eher Fulminacci und Serena Brancale an. Man darf also sehr gespannt sein, wie Ditonellapiaga am Ende im Wettbewerb abschneiden wird.

Die aktuellen Wettquoten führen hingegen Tommaso Paradiso, Fedez & Marco Masini sowie Ermal Meta an. Bei allen drei Liedern fallen bekannte Songwriter wie Davide Petrella, Federica Abbate oder Dardust ins Auge. Paradiso präsentiert eine seiner Tochter gewidmete, radiofreundliche Ballade; Fedez und Masini eine nachdenkliche Powerballade im Wechsel zwischen Rap und Gesang; und Meta ein rhythmusbetontes, „arabisierendes“ Lied vor dem Hintergrund des Gaza-Krieges. Die Presse platziert die Lieder zwar oft „nur“ im oberen Mittelfeld, merkt allerdings häufig an, dass sie klar auf den Sieg abzielen.

Nach dem bisherigen Stand lässt sich vermuten, dass am ersten Abend Ditonellapiaga durch die Abstimmung der Pressejury in Führung gehen könnte. Im weiteren Verlauf muss sich dann zeigen, wer im Televoting punkten kann; sowohl Fedez als auch Ermal Meta haben in jüngerer Zeit bereits gezeigt, dass sie ihr Publikum mobilisieren können, bei Tommaso Paradiso ist das eine offene Frage.

In meinen Augen sind Fedez und Marco Masini am besten positioniert, da sie generationenübergreifend und stark im Televoting sind sowie ein solides, aber nicht kontroverses Lied mitbringen. Überraschungen sind aber natürlich möglich, vor allem, wenn sich die Gunst des Publikums sehr über die 30 Lieder verteilt.

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